Am Freitag eröffnete Gelsenkirchen die Ruhrpott-Rebellion der IG Metall-Geschäftsstellen im Ruhrgebiet. Ca. 400 Teilnehmer*innen auf dem Heinrich-König-Platz in der Gelsenkirchener Innenstadt folgten dem Aufruf bei bestem Sommerwetter.
Heiko Fänger heizte die Stimmung an, die gut und kämpferisch war. Viele Mitstreitende ließen sich finden. Natürlich aus den Reihen der Gewerkschaften, aber auch aus Wohlfahrtsverbänden und Parteien. Sogar die SPD Gelsenkirchen traute sich auf den Platz, trotz der angekündigten Proteste gegen die Pläne der großen Koalition.
Ralf Goller, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Gelsenkirchen, begrüßte die „Rebellen“ auf dem Platz und führte durchs Programm, dass gespickt war mit Reden zu den Themen Renten-, Gesundheits- und Pflegereform, aber auch Arbeitszeit und Prekäre Beschäftigung wurden teils heftig kritisiert.
Die Jugend der IG Metall im Ruhrpott, für die Nick Morser von der GHH in Oberhausen ans Rednerpult ging, hatte direkt mehrere Themen angesprochen. Fehlende Zukunft, Dienst an der Waffe und Sorgen um die Rente. Dazu attackierten Sie insbesondere den Bundeskanzler und seine Aussagen hart.
Es kamen Haupt- und ehrenamtliche Gewerkschafter*innen zu Wort, u.a. Holger Schluck, stellvertretender BR-Vorsitzender bei thyssenkrupp Electrical Steel. Er monierte sich sich insbesondere über die Auswirkungen der geplanten Rentenreform bei den Themen Rente mit 65 und Altersteilzeit, die es auch den Betriebsparteien schwerer macht Lösungen zu finden, wenn jemand nicht mehr kann. Vor ihm machte schon Ralf Goller seinem Ärger zur Rentenreform laut Luft und bekam dafür lautstarke Unterstützung.
Aber auch die Krankschreibung vom ersten Tag an, die Auswirkungen auf die Behandlungen in den Praxen und Kliniken und höhere Zuzahlungen wurden thematisiert. Hauptsächlich von der Ver.di.
Den Themen Arbeitszeit und Ausweitung von prekärer Beschäftigung widmeten sich dann noch Kollegen von der IGBCE und der NGG.
Alles in allem ein guter Auftakt in die Ruhrpott-Rebellion, der trotz allem mehr Teilnehmende verdient gehabt hätte. Duisburg machte es am Tag darauf eine Nummer größer: https://www.facebook.com/photo?fbid=1441556704677560&set=a.631943398972232
Unser Dank gillt allen Unterstützern, Bündnispartnern und Teilnehmenden, insbesonder der ev. Emmaus-Kirchengemeinde, dass an den Stufen der Kirche demonstrieren durften.
Wir müssen so lange weitermachen, bis wir die schlimmsten Kürzungen verhindern konnten. Das geht nur mit Tausend Teilnehmern.
Glück Auf
Fotos: Thomas Range
