* Foto: Thomas Range
Die dritte Verhandlungsrunde in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie endet in Ostbevern (NRW) ohne Ergebnis. Etwa 500 Beschäftigte demonstrierten vor dem Verhandlungslokal für ihre Forderungen.
Zur dritten Verhandlung in der Tarifrunde der Textil- und Bekleidungsindustrie West präsentierten die Arbeitgeber ein minimal verbessertes Angebot. Die IG Metall-Verhandlungskommission wies das Angebot empört zurück. Die Arbeitgeber müssen nun mit einer zweiten Warnstreikwelle rechnen.
„Wir sind mit viel Schwung in die Verhandlung gestartet“, sagt Miriam Bürger, Verhandlungsführerin der IG Metall. „Aber trotz minimaler Anpassungen des ersten Angebots haben die Arbeitgeber die Chance vertan, ein einigungsfähiges Angebot vorzulegen. Die Beschäftigten werden nun ihre Antwort darauf geben: mit einer weiteren Warnstreikwelle.“
Neues Angebot bedeutet weiterhin Reallohn-Minus
Die Arbeitgeber lieferten in der dritten Verhandlungsrunde kein erkennbar besseres Angebot. Statt auf die Forderungen der IG Metall einzugehen, boten sie lediglich minimale Verbesserungen der Prozente an. Danach sollen die Beschäftigten zum 1. November 2025 1,5 Prozent und ein Jahr später 2 Prozent mehr Geld erhalten. Selbst mit der in dem Angebot enthaltenen Einmalzahlung von 200 Euro führt das Angebot der Arbeitgeberseite wahrscheinlich zu einem Reallohn-Minus bei den Beschäftigten. Auch bei der Fortführung und Verbesserung der Altersteilzeit blieb das Angebot hinter den Vorstellungen der IG Metall zurück. Die Gespräche zu einem Mitgliederbonus wurden weiterhin verweigert.
„Wir sind gesprächs- und verhandlungsbereit. Für ein Reallohn-Minus der Beschäftigten stehen wir aber nicht zur Verfügung. Die Beschäftigten brauchen dringend ein Entlastungspaket als Antwort auf Preissteigerungen und Arbeitsstress“, so Bürger nach dem Ende der Verhandlung.